
Hallo lieber Leser ...
... naaa?? Neugierig geworden auf das Land der Trolle?? Nachfolgend können Sie sich daher ein wenig ausführlicher bekanntmachen mit NORWEGEN, dem wunderschönen Land der Fjorde und Schären, der Flüsse, Seen und Gletscher.
| Staatsform: | parlamentarische Monarchie |
| Größe (Kerngebiet): | 323.878 km2 |
| Einwohner: | 4,3 Mio. (fast ausschließlich protestantisch) |
| Hauptstadt: | Oslo |
| Amtssprache: | Norwegisch |
| Für Melodie (MIDI) und Text der norwegischen Nationalhymne bitte auf das Wappen klicken. | ![]() |
Norwegen befindet sich in Nord-Europa und umfaßt den westlichen Teil der skandinavischen Halbinsel sowie einige Gebiete in der Arktis (Jan Mayen, Spitzbergen) und Antarktis (Bouvet- und Peter-I.-Insel). Fast ganz Norwegen wird von dem stark eiszeitlichen überformten skandinavischen Gebirge (im Glittertind 2472 m hoch) durchzogen, das nach Norden abflacht; nur im Süden gibt es eine breitere Küstenebene.
Sonst fällt das Land steil zum Nordmeer hin ab, bildet eine zerklüftete Fjordküste, der vor allem im Norden (Lofoten) zahllose Inseln vorgelagert sind. Das Klima ist regenreich und dank des Golfstroms wintermild, im Norden herrschen überwiegen Nadelwälder vor, nach Süden zu werden Laubgehölze häufiger. Nur ein kleiner Prozentsatz des Landes kann landwirtschaftlich genutzt werden, wichtigere Wirtschaftszweige sind daher Holzgewinnung, Fischerei und Bergbau (Zink, Kupfer, Eisen, Pyrit), vor der Südküste Norwegens wird Erdöl gefördert.
Die Verarbeitung der Bodenschätze prägte auch die industriekulturelle Geschichte Norwegens: Erst im 9. Jahrhundert kam es im unwegsamen Norwegen zu überregionaler Reichsbildung, die durch die Christianisierung durch englische Mönche im 11. Jahrhundert weiter gefördert wurde. Im 14. Jahrhundert ging die Herrschaft an die dänische Krone über, die das Land 1536 zu einem Bestandteil Dänemarks erklärte. Dennoch blieb ein Sonderbewußtsein immer wach, das sich 1814 zeigte, als das von den Napoleonischen Kriegen geschwächte Dänemark das Land Norwegen an Schweden verlor. Die Norweger gaben sich eine eigene Verfassung, wählten einen König, konnten aber die schwedische Oberhoheit nicht abschütteln. Das gelang erst nach Demokratisierung Schwedens 1905. Im 1. Weltkrieg neutral, mußte Norwegen im 2. Weltkrieg 1940 die Besetzung durch deutsche Truppen hinnehmen. Nach der Befreiung 1945 gelang der Aufbau eines vorbildlichen Sozialsystems und die außenpolitische Bindung an den Westen (1949 NATO-, 1960 EFTA-Mitgliedschaft, aber 1972 und 1994 Volksentscheid gegen einen EG/EU-Beitritt). Dank der Erlöse aus dem Nordseeöl blieben Norwegen trotz zeitweise hoher Inflation und drückender Arbeitslosigkeit größere Turbulenzen erspart.
Die Finnmark ist gleichzeitig die nördlichste, die ausgedehnteste und die am wenigsten bevölkerte Provinz des Landes. Hier wohnen eigentliche Norweger, Kvener (finnische Einwanderer) sowie die Lappen oder Samen. Abgesehen von der Küste besteht die Finnmark aus einem riesigen moos- und heidebewachsenen Plateau. In dieser wilden und armen Landschaft, die unendlich erscheint, herrscht eine außergewöhnliche Stille. Lediglich Rentierherden, die hier ihre aus Moos und Flechten bestehende Nahrung finden, und Lappen in ihrer originellen Kleidung beleben gelegentlich das Bild.
Im Winter wüten in der Finnmark Schneestürme von beispielloser Heftigkeit, die Erde ist gefroren, denn die Temperaturen sinken bis zu 50 Grad unter Null, und trotz des flackernden Nordlichts, das plötzlich die Winternacht erhellt, dämmern düstere Tage in unendlicher Melancholie dahin.
Im Sommer scheinen eine nicht untergehende Sonne und ein fast blaues Licht geheimnisvoll unter der Grenzenlosigkeit des Himmels. Es weht ein sanfter, gleichmäßiger Wind. Aber es gibt auch eine Plage: Mückenschwärme, die an der Küste unbekannt sind.
Die zweite Provinz Nordnorwegens ist Troms. Verläßt man das Plateau der Finnmark, um in eines der drei Täler hinabzusteigen, durch die die größten Flüsse der Provinz Troms fließen, nämlich Reisa, Malselv und Barduelv, glaubt man in ein völlig anderes Land zu gelangen, so überwältigend ist hier der Kontrast. Im Vergleich zu der wilden und öden Herbe der Finnmark verleihen Birken, Fichten, Weiden und Ebereschen dieser Landschaft einen Hauch von Fülle und Überfluß. Der Frühling bricht hier über Nacht herein. Im stechenden Licht der Frühjahrssonne sprießen die Knospen innerhalb weniger Stunden, und unter den ungläubigen Augen des Besuchers voIlzieht sich dasWunder des Grünens und Blühens.
Fährt man jedoch im Schiff die Küste entlang, bemerkt man den Unterschied zwischen den Provinzen Finnmark und Troms kaum, denn der Küstencharakter ist überall gleich: ein schmaler Küstenstreifen, dem wie ein Schutzwall gegen das oft entfesselt tobende Meer eine lange, aus Tausenden von Gliedern bestehende Kette kleiner felsiger Inseln vorgelagert ist. An dieser Küste verschwistern und vereinigen sich Wasser und Land, hier haben die Menschen sich seit undenklichen Zeiten niedergelassen, um dem Meer seinen "silbernen Schatz" zu entreißen, der ihre Existenzgrundlage ist: den Fisch. Im Laufe der Zeit sind aus den Fischerdörfern Städte geworden, ja sogar Handelszentren.
Tromsø, die Hauptstadt der Provinz Troms und ihr Mittelpunkt für Verwaltung, Kultur und Wirtschaft, ist eine Stadt, die während der schönen Jahreszeit niemals in Schlaf versinkt. In den hellen Sommernächten lebt diese nordische Stadt, Ausgangspunkt zahlreicher Polarexpeditionen, mit großer Intensität. Die Menschen laden sich gegenseitig ein, treffen sich in den Cafés, reden über Geschäfte, Mode oder Sport, diskutieren über die Zukunft und beschwören die Vergangenheit herauf.
In Nordland, der dritten und letzten Provinz Nordnorwegens, liegt die berühmte Inselkette der Lofoten, die aus der Ferne wie eine steil aus dem Meer aufragende Mauer aussieht.
Der Eindruck ist so überwältigend, daß sich dem Betrachter das Gefühl aufdrängt, es handle sich um eine Kulisse, bei der alles zu dramatisch, zu phantastisch ausgefallen ist, als daß man glauben könnte, sie sei echt. Niemand wird sich der Schönheit des Schauspiels entziehen können, das sich entfaltet, wenn dieser mächtige Felswall in das bunte, glänzende und grelle Licht der Mitternachtssonne getaucht wird. Die aus 80 bewohnten Inseln bestehenden Lofoten erstrecken sich nördlich von Bodø und westlich von Narvik über eine Länge von 190 Kilometern. Sie sind die Heimat der Kabeljaufischer und die Kulisse für den großen Lofotenfischfang, der von Mitte Februar bis Anfang April den Alltag der Menschen auf den Lofoten bestimmt.
Ziel der meisten Norwegentouristen sind die Magerøy-Insel und das Nordkap, wo von Mitte Mai bis Ende Juli die Sonne um Mitternacht scheint.
Die große glühende Kugel, die die gesamte Landschaft in ein unwirkliches Licht hüllt, scheint direkt aus dem Meer zu steigen. Wenn sie dann am Himmel immer höher klettert, geht in der gesamten Natur eine Verwandlung vor: Die fernen Horizonte scheinen nähergerückt, obwohl all das, was nahe oder vertraut ist, plötzlich Abstand gewinnt, ein unvergeßliches Schauspiel.
Die lange Küste, die von Trondheim im Norden bis Stavanger im Süden reicht, ist das Land der Fjorde, für den Touristen das faszinierendste der norwegischen Landschaft.
Dieser "Vestlandet" genannte Teil Norwegens macht zunächst keinen sehr einladenden Eindruck: eine graue Kette niedriger Riffe, schrille Möwenschreie, Wellen, die sich an den Felsen brechen und darüber, wie ein unüberwindliches Hindernis, die Küste. Dazu kommt, daß auf weite Strecken jegliche menschliche Behausung fehlt.
Dann kommt plötzlich an der sonst so verlassen erscheinenden Küste ein kleiner Hafen in Sicht. Flüchtig nimmt das Auge einige weiße Häuschen und Lagerschuppen am Ufer des Wassers, einige verankerte Schiffe und Kähne wahr, und schon entzieht ein Vorgebirge dies alles wieder dem Blick. Einige auf den umliegenden Inseln weidende Schafe sind die einzigen Lebewesen weit und breit.
Dann besteht die Umgebung nur noch aus vom Meer glattgewaschenen Felsen und heidebewachsenen Abhängen.
Wenn man in einen der zahlreichen die Küste zerklüftenden Fjorde fährt, ist es, als schlösse sich hinter dem Schiff eine Tür; das Meer ist plötzlich verschwunden, und vor dem Reisenden erheben sich riesige, drohende Felswände.
Doch dann treten die Felsen plötzlich auseinander und machen lieblichen, grünenden Ufern Platz: Kirchen, weiße Häuschen, grüne Birken, die sich im Wasser spiegeln, kleine schäumende Wasserfälle strahlen Lebensfreude und Harmonie aus.
Schließlich ändert sich die Landschaft noch einmal, und man steht vor unzähligen majestätischen Berggipfeln, die von Schnee oder blauschimmernden Gletschern bedeckt sind. Sie beherrschen die Landschaft und scheinen dem Besucher überall hin zu folgen. Auf einem unbezwingbar erscheinenden Abhang entdeckt man hier und dort ein kleines Gehöft, einsam zwischen Himmel und Erde gelegen. Hier leben wirklich Menschen, die mit zäher Kraft dem ärmlichen Boden ihren Lebensunterhalt abringen. Am Ende des Fjords erscheint die Landschaft weiträumiger, die Häuser werden zahlreicher und der Wald üppiger.
Dringt man jedoch hinter dieser idyllischen Landschaft tiefer in das Tal ein, dann belastet einen das Gefühl des Alleinseins stärker als zuvor. Man betritt das Reich der Berggeister, der Gnome, der Irrlichter und der Trolle des nordischen Volksglaubens.
Zu Recht wird der Osten -er ist auch am dichtesten bevölkert- als das eigentliche Zentrum des Landes bezeichnet, denn hier liegt die Hauptstadt Oslo, die mehr Einwohner hat als der gesamte Norden Norwegens.
31 Prozent der Bevölkerung leben hier auf vier Prozent des Territoriums. Ob man Oslo auf dem See- oder Landweg erreicht, der Eindruck ist derselbe:
Hier fehlt das charakteristische Merkmal einer Berglandschaft, der Besucher findet keine wilden und schroffen Hänge vor - nur ein meist von Fichten bestandenes, waldiges Hügelland, in dessen Innerem große fruchtbare Ebenen liegen. Der Kontrast zum "Vestlandet" ist auffallend. Hier strahlt alles Reichtum und Überfluß aus. Man sieht stattliche Gehöfte, fruchtbare Felder und weite Wälder und hat den Eindruck, daß das Leben hier in sehr ruhigen Bahnen verläuft, voller Selbstvertrauen, aber auch voll herzlicher Gastfreundschaft. Dieses Land der weiten Horizonte scheint aufnahmebereit für alle von außen kommenden Impulse. Hier sind alle Kulturströmungen willkommen.
Wir wollen in diesem Überblick nicht alle norwegischen Landschaften beschreiben. Die Südprovinz "Sørlandet" darf hier jedoch nicht unerwähnt bleiben.
Entlang dieser Küstenlandschaft kann man auf den zahllosen vorgelagerten Inseln alle Freuden des Sommers genießen - vom Segeln bis zum Sonnenbaden auf einer einsamen Insel oder in einer entlegenen Bucht. Zu der Schönheit einer oft noch unberührten Natur und unendlich scheinender Wälder gesellt sich das Vergnügen, dem leicht singenden Akzent einer heiteren und ausgeglichenen Bevölkerung zuzuhören, Menschen, die in ihren kleinen Städten an der Küste ein friedliches Leben führen.
Naaa, lieber Leser ... oder sollte man jetzt schon besser sagen: lieber Norwegen-Fan?? Mit Sicherheit haben Sie sich den phantastischen Eindrücken der Heimat der Trolle nicht verschließen können. Vielleicht haben Sie ja jetzt Lust bekommen, noch in diesem oder schon im nächsten Jahr die Koffer oder den Rucksack zu packen, und den trolligen Ureinwohnern Norwegens einen Besuch abzustatten.
Na dann los!
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